Diabetes und Herpes



Viele Menschen leiden darunter: Lippenherpes! Die harmlosen Lippenbläschen sind nicht nur ein viel gelittenes kosmetisches Problem, sie sind Ausdruck einer Viruserkrankung. Nach Ansteckung mit Herpes-Viren bedeutet der Virusbefall einer Zelle jedoch nicht zwangsläufig den Ausbruch der Erkrankung. Bestimmte Auslöser, wie z.B. UV-Strahlung, Stress, Infekte oder ein geschwächtes Immunsystem können zum späteren Ausbruch der Krankheit führen. Da viele Diabetiker unter einer Abwehrschwäche leiden und die Diabetes-Erkrankung häufig mit einer Störung der Wundheilung einhergeht, sollte eine Herpes-Erkrankung nicht unterschätzt werden. Eine lokale Behandlung der betroffenen Hautstellen sollte schnellstmöglich erfolgen.

Die Erkrankung

Herpes-Simplex-Viren tragen fast 90 Prozent der Erwachsenen, doch nicht jeder erkrankt daran. Die erste Ansteckung erfolgt in der Regel über eine Tröpfcheninfektion im Kindesalter. Später können sich die Viren immer wieder in Erinnerung bringen. Die Erkrankung betrifft meistens nur den Lippenbereich und heilt nach einigen Tagen wieder ab. Symptome wie Spannungsgefühl, Kribbeln und Jucken sind die ersten Anzeichen vor der Ausbildung der Bläschen. Nach etwa ein bis zwei Tagen entstehen flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die Lippe schwillt an. In diesem Stadium der Erkrankung ist der Kontakt mit anderen Personen, z. B. über Küssen hoch ansteckend. Die Infektion klingt ab, wenn die Bläschen aufgeplatzt sind und krustenartig abheilen.

Behandlungsansätze

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

  • Aciclovir
    Die leichten Ausprägungsformen des Lippenherpes können vom Patienten in der Selbstmedikation lokal behandelt werden. Dazu steht der Wirkstoff Aciclovir in Creme- oder Salbenform zur Verfügung. Aciclovir wirkt hemmend auf die Vermehrung der Viren und sollte daher so früh wie möglich schon beim ersten Spannungsgefühl und Kribbeln eingesetzt werden. Empfohlen wird eine vier- bis fünfmal tägliche Anwendung.
  • Melissenextrakt
    Das ätherische Öl der Melisse hat ebenfalls hemmende Wirkung auf die Virusvermehrung. Salben und Cremes aus Melissenextrakt unterstützen in jedem Fall die Wundheilung der aufgeplatzten Lippenbläschen. Dazu sollten diese Präparate etwa vier- bis fünfmal täglich aufgetragen werden.
  • Zinkhaltige Lotionen und Cremes
    Im Frühstadium der Bläschenbildung wirken zinkhaltige Cremes oder Lotionen austrocknend. Die Anwendung sollte mindestens zweimal täglich erfolgen. Geht die Erkrankung in das so genannte Krustenstadium fördern fetthaltige Salben den Heilungsprozess.


Praktische Bedeutung für Menschen mit Diabetes

Handlungsempfehlungen für Patienten:

  • Küssen verboten…. Herpes ist ansteckend! Besondere Vorsicht gilt im Umgang mit Säuglingen.
  • Kratzen Sie die Bläschen nicht auf, da über die Fingernägel andere Körperregionen infiziert werden können.
  • Pflegen Sie Ihre Lippen prophylaktisch mit fetthaltigen Stiften oder Salben.
  • Achten Sie auf ausgewogene und vitaminreiche Ernährung.
  • Meiden Sie intensive UV-Strahlung.
  • Benutzen Sie Wattestäbchen, um die Salbe aufzutragen.

Möglichkeiten der Krankheitsprävention

Da Herpes-Infektionen immer ein Hinweis auf eine geschwächte Immunabwehr ist, sollte auf eine ausreichende Vitaminzufuhr über die Ernährung geachtet werden. Eine gute Richtschnur ist die Empfehlung fünfmal pro Tag Obst und Gemüse zu essen. Ein gesunder Lebenswandel mit ausreichend Schlaf, Bewegung und nicht zu viel Stress stärkt ebenfalls das Immunsystem.

Grenzen der Selbstbehandlung

Bei schweren Erscheinungsformen können außer den Lippen auch die Mundschleimhaut, der Naseneingang, Wangen, Ohrläppchen oder Augenlider betroffen sein. Begleitend treten Fieber, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen auf. In seltenen Fällen kommt es zusätzlich zu einer bakteriellen Folgeinfektion. In diesen Fällen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.


Fazit:


Lippenherpes ist nicht nur lästig für den Betroffenen, man sollte die Viruserkrankung nicht unterschätzen. Für Diabetiker gilt: Die Therapie ist die gleiche wie für Nicht-Diabetiker. Bei schweren Verlaufsformen ist es jedoch doppelt wichtig, den Arzt aufzusuchen, da die Wundheilung bei vielen Diabetikern verzögert abläuft. Gerade Diabetiker, die schlecht eingestellt sind, sollten bei häufig wiederkehrenden Symptomen von Lippenherpes das Immunsystem stärken.

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